rotary wittenberg

World Reformation Exhibition

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Weltausstellung Reformation - Tore der Freiheit

Reformation heißt Zukunft gestalten. Sieben Tore der Freiheit und die damit verbundenen Themenbereiche an den Wallanlagen um die Wittenberger Altstadt öffnen den Blick für die Zukunft:

Torraum Welcome

Mittendrin statt nur dabei

Wer auf der Schiene nach Lutherstadt Wittenberg fährt, fällt quasi aus dem Zug in die Weltausstellung Reformation: „Welcome“ heißt der erste Torraum, der die ankommenden Besucherinnen und Besucher im Bereich des Hauptbahnhofs begrüßt.

Anreisende werden herzlich empfangen. Sie können in Ruhe ankommen und ihren Aufenthalt planen – Tickets kaufen, das Programmblatt für die aktuelle Themenwoche abholen, Fragen zu Veranstaltungen loswerden. Informationen sind auch auf Englisch erhältlich, und ein internationales Zentrum widmet sich den weitgereisten Gästen aus dem Ausland. Reisegruppen haben hier einen Treffpunkt und starten von diesem Torraum aus in den Tag. Informationstafeln dienen der Orientierung. Wer vom Reisen müde ist, kann im Ruhebereich auch auf Sitzgelegenheiten entspannen, während sich Kinder an Spielgeräten nebenan austoben.

Die Hauptattraktion im Torraum Welcome, dem ersten von insgesamt sieben Torräumen, ist der als riesiges Buch gestaltete Aussichtsturm. Entworfen von Studierenden der Bauhaus- Universität Weimar wurde er eigens für die Weltausstellung Reformation gebaut. Treppen führen 27 Meter hoch auf die Aussichtsplattform, die einen außergewöhnlichen Blick über die Stadt bietet. Willkommen in Lutherstadt Wittenberg! Willkommen zur Weltausstellung Reformation!

Ein weiterer Höhepunkt ist der Reformationstruck, der am Hauptbahnhof parkt. Bis zum Start der Weltausstellung Reformation ist er sieben Monate lang durch Europa gefahren – 68 Stationen in 19 Ländern hat er auf dem Europäischen Stationenweg zurückgelegt. In jeder Station hat das Truckteam Reformationsgeschichten eingesammelt, in Form von Bildern, Texten und Videos, die nun gezeigt werden. Auch einige der Jugendlichen, die den Reformationstruck begleitet haben, sind vor Ort und erzählen von ihren Erlebnissen. Den Weg vom Hauptbahnhof in die Innenstadt säumt ein Weg aus Bannern, der die 68 Stationen Revue passieren lässt. Wer den Weg nicht zu Fuß antreten möchte, kann sich ein Fahrrad leihen oder den extra eingerichteten Shuttlebus in die Innenstadt nutzen.

Das sollten Sie nicht verpassen:

  • Zentrum der Reformation: Weit über die Dächer der Stadt auf die Türme der Schloss- und Stadtkirche schauen – in 25 m Höhe vom Dach des Buchturms am Hauptbahnhof.
  • Reformationstruck: Erleben Sie den Europäischen Stationenweg durch 68 Reformationsstädte in Bildern, Filmen und Gesprächen.
  • Umweltfreundlich mit der Deutschen Bahn: Der neu gebaute „Grüne Bahnhof“ ist klimaneutral und deutschlandweit erst der Zweite seiner Art.

Torraum Spiritualität

Über 2017 hinaus

Der Bunkerberg, ein grün überwucherter Hügel, liegt zwischen Lutherhaus und Luthereiche. In dieser Stadtoase ist Spiritualität unmittelbar erlebbar: Spiritualität als eine Erfahrung mit Gott, die auch eine eigene, innere und individuelle Erkenntnis und ein gemeinschaftliches Erlebnis ist. Die Installation besteht aus Stegen, die nahezu freischwebend, nur auf Stützen befestigt, durch die Luft führen. Die Wege aus Metall fügen sich in die Landschaft ein, verbinden sich mit dem Bunkerberg und ragen an einzelnen Stellen darüber hinaus. Einige Abschnitte der Wege öffnen den Blick durch Gitterroste auf die tiefer liegende Vegetation.

„Die Suche nach mir selbst“ nannten die Studierenden ihren Entwurf. Durch spiegelnde Brüstungen werden die Besucherinnen und Besucher Teil der Inszenierung. In den Spiegeln verbinden sich die Perspektiven, sie schaffen neue Eindrücke. Auf den Wegen lösen sich Gruppen auf, betreten eigene Pfade. An einer Stelle des Bergs laufen die Stege aufeinander zu und werden in einem Spiegel weitergeführt, der diese angedeutete Wegkreuzung überdacht. Von unten hineingeschaut, spiegelt sich die Erde darin. Von der Kuppe aus reflektiert das Blau des Himmels.

Die Evangelische Kirche in Deutschland wird die Installation an die Lutherstadt Wittenberg übergeben, so dass das Kunstwerk auch über 2017 hinaus Bestand hat – genau wie die Erfahrungen, die die Menschen aus dem Reformationsjubiläum mitnehmen. Viele werden sich auf die Suche nach Gott begeben. Und mit persönlichen Erkenntnissen bereichert werden.
Die Wege und Stege am Bunkerberg laden auch nach dem Jubiläum an diesen verwunschenen Ort ein. Die Spiritualität, die die Menschen erfahren, werden sie von dort aus mitnehmen: von Wittenberg aus in die Welt.

Das sollten Sie nicht verpassen:

  • Pilgern in der Lutherstadt: Entdecken Sie auf einer „Spiritual Journey“ zwölf ausgewählte Orte mit geistlichen Texten und Impulsen.
  • Martin Luther sagt: „Kurz soll man beten, aber oft und stark.“ Feiern Sie mit uns die täglichen Morgen- und Mittagsandachten auf dem Bunkerberg und an vielen anderen Orten der Stadt.
  • Eine Suche nach sich selbst: Begeben Sie sich auf spiegelnden Wegen und Stegen auf eine Entdeckungsreise zu Ihrer eigenen Spiritualität.

Torraum Jugend

Läuft's bei dir? Versteckte Vielfalt

Im Torraum Jugend ist die Jugend Thema. Jugend im Sinne einer bedeutsamen Lebensphase. Jugend im Sinne eines Orts, wo junge Menschen auf Gleichaltrige treffen und sich über Gott und die Welt austauschen, über ihre Vorstellungen vom gelingenden Leben und von der Welt, in der sie leben möchten. Der Torraum ist ein Angebot von jungen Menschen für junge Menschen sowie für alle anderen Besucherinnen und Besucher Wittenbergs. Oder, um es allen in veränderter Form mit Worten des Propheten Jeremias zuzurufen: Sage nicht, du bist zu alt!

youngPOINTreformation
Treffpunkt junger Menschen, Ausstellung, Kletterparkour, Bühne und Gottesdienstraum in einem – das ist der youngPOINTreformation. Schon von Weitem sind die drei Türme des Bewegungszentrums der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland mitten im Torraum Jugend zu sehen. Hoch oben zwischen den Türmen fordert ein inklusiver Hochseilgarten Wagemutige heraus. Im Innenraum lädt eine Ausstellung zur gemeinsamen Suche nach dem „Guten Leben für alle“ ein. Das heißt: Wie bewahren wir das Klima? Wie gelingt ein solidarisches Europa? Verantwortung im digitalen Zeitalter und vor allem: Welche Rolle spielt der Glaube dabei? Lebendige Gottesdienste und ein vielfältiges Veranstaltungsangebot finden hier ebenso einen Ort wie Gäste, die einfach nur verweilen, schauen oder Leute treffen wollen. Und dass sich alle wohl und willkommen fühlen, dafür sorgen Jugendliche, die im Basement wohnen. Übrigens: Das Gebäude besteht aus Gerüstmaterialien und Upcycling-Produkten und wird nach der Weltausstellung Reformation wieder abgebaut.

Labyrinth der Baumstämme
Das Leben als ständigen Wechsel zwischen Hochs und Tiefs: So fühlen sich nicht wenige Jugendliche. Diesen besonderen Lebensabschnitt stellt die Installation im Torraum Jugend mit bis zu 500 verschieden „hohen“ Baumstämmen dar. Von außen betrachtet erscheint die Jugendzeit, genauso wie die Stammlandschaft, schön und aufregend. Befindet man sich selber in ihr, fordert sie allerdings auch Entscheidungen: Jeder muss sich auf die Suche nach seinem eigenen Weg machen und gelangt, wenn auch vielleicht über Umwege, an sein individuelles Ziel. Entwickelt wurde das Konzept unter dem Titel „Läuft's bei dir? Versteckte Vielfalt“ von Studierenden der Hochschule Mainz.

Das sollten Sie nicht verpassen:

  • Den eigenen Weg gehen: Ein Labyrinth aus Baumstämmen in unterschiedlicher Höhe symbolisiert im Torraum Jugend die Zeit des Sichorientierens und Probierens.
  • Sich beim youngPOINTreformation treffen: Die Installation der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland ist Themenparkour, Jugendkirche und Treffpunkt in einem.
  • Immer dem Stimmengewirr nach: Beim Klangparkour wird gerufen, geflüstert und geraunt, gesungen, geschrien und gerappt, akklamiert und einfach vorgetragen.

Torraum Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Wenn Gerechtigkeit und Frieden sich begegnen

Der Torraum Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung rund um den Schwanenteich in Wittenberg bietet Raum, Fragen zu stellen, Impulse zum Weiterdenken aufzunehmen und im Café #Friedenswege im Gespräch nach Antworten zu suchen.

Transformationspavillon
Verändern wir die Welt – oder verändert die Welt uns? Diese Frage stellt sich auf der Weltausstellung Reformation und insbesondere im Transformationspavillon. Im Pavillon begeben sich Besucherinnen und Besucher auf Wege der Transformation. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Deutscher Naturschutzring, Klima-Allianz Deutschland und der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, Institut für interdisziplinäre Forschung e.V. thematisieren die Mitgliedsverbände sowie Kirchen die drängenden Fragen der Gegenwart und innovative Lösungen: Klimawandel und Klimaschutz, Energiewende, nachhaltiger Konsum, Ernährung, Mobilität, Natur- und Tierschutz.

So wie Luther vor 500 Jahren mit seinem Wirken einen Auf- und Umbruch ausgelöst hat, der die Geschichte und unsere Gesellschaft veränderte, so erleben auch wir zurzeit eine Transformation: den Wunsch nach Veränderung unserer Gesellschaft hin zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. In unserer Gesellschaft stärken wir den sozialen Zusammenhalt für mehr Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich. Wir setzen uns ein für nachhaltiges Wirtschaften, das nicht auf Kosten von Gemeinwohl, von Beschäftigten und der Natur geht, sondern sich sozialen und ökologischen Standards weltweit verpflichtet fühlt. Denn nur so können wir zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen stellen sich im Pavillon im Rahmen des Projekts „Reformation – Transformation!“ vor. Das Projekt wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Auch in der Herstellung des Transformationspavillons wird Nachhaltigkeit großgeschrieben: Der Pavillon wird von Werkhaus ausgestattet – einem Unternehmen, das Möbel sozial- und umweltgerecht produziert. Neben wechselnden Ausstellungen gibt es Lesungen, Theaterstücke, Vorträge, World-Cafés und Konzerte – immer mit der Möglichkeit, sich selbst einzubringen.

Das sollten Sie nicht verpassen:

  • „You make the difference“: Nehmen Sie sich bei einem Rundgang um den Schwanenteich Zeit für Fragen zu Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz.
  • Mit Flüchtlingsbooten neue Perspektiven schaffen: Bauen Sie gemeinsam mit Studierenden und Geflüchteten aus Holzbooten Neues.
  • „Reformation – Transformation!“: Entdecken Sie Ideen und Projekte der Umweltverbände zur Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

Torraum Globalisierung | Eine Welt

Die Weltbürgerin Reformation kommt zurück

Von Europa aus sind reformatorische Überzeugungen in alle Himmelsrichtungen getragen worden. In Amerika, Afrika, Australien und Asien wurden sie aufgenommen, traten in den Dialog mit den dortigen Realitäten und wurden verändert. Jetzt kommt die Reformation zurück zu uns: In der Weltausstellung Reformation treffen wir Christinnen und Christen von nah und fern, die davon berichten, wie Martin Luthers Idee von der sich stets reformierenden Kirche in ihren Gemeinden Wirklichkeit geworden ist.

Vor allem wollen wir erleben, was Kirchen dazu beitragen können, dass das Christentum heute Teil der Lösung von modernen Problemen und Herausforderungen ist.

  • Mit Gästen aus der ganzen Welt und Neubürgerinnen und -bürgern aus Deutschland wollen wir darüber sprechen, was uns alle bewegt.
  • Wir wollen erkunden, wie die Strukturen der Globalisierung so reformiert werden können, dass gutes Leben für alle Menschen möglich wird.
  • Wir wollen uns nicht damit zufriedengeben, dass bisher von der wirtschaftlichen Globalisierung vor allem diejenigen profitieren, die über Geld verfügen, gebildet sind und in demokratischen Systemen leben. Damit die Welt friedlicher wird, braucht die Globalisierung mehr Gerechtigkeit.

Besucherinnen und Besucher erfahren, welche Impulse von den Kirchen für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden ausgehen. Gemeinsam mit Menschen aus der weltweiten Ökumene wollen wir Großes erreichen: Wir wollen Möglichkeiten ausloten, die Welt zu reformieren. Kreativ widmen wir uns diesem Vorhaben. Und so wird man im Torraum Globalisierung | Eine Welt sprechen und zuhören, lernen und lehren, lachen und nachdenken, das Leben in der „Einen Welt“ feiern und mit Freundinnen und Freunden der Reformation singen und tanzen.

Glaspaläste
Wer Wittenberg während der Weltausstellung Reformation besucht, wird die gläsernen Anhänger auf den Parkflächen nicht übersehen können. Sie sind Teil einer Installation von Studierenden der Universität Wien – augenzwinkernd „Glaspaläste“ getauft. Der Name ist ein Verweis auf das Wahrzeichen der ersten Weltausstellung 1851 in London: den Crystal Palace. Bis heute ist er ein Symbol für Modernität und Internationalität. Gerade aus damaligem Blickwinkel stand Globalisierung für Entgrenzung, Freiheit, Gerechtigkeit und unendliche Möglichkeiten für alle. Die Glaspaläste hier bilden nun einen reformierten Gegenentwurf. Nicht gigantische Pavillons, sondern kleine künstlerische Ateliers und Experimentierräume laden zur Auseinandersetzung mit Themen der Globalisierung ein.

Lichtkirche: Moments of Blessing
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau präsentiert als modernes Pendant zu den alten Kirchengebäuden Wittenbergs ein sakrales Kleinod: die preisgekrönte mobile LichtKirche aus Acrylglas und Holz, die sich nachts in eine farbige Licht-Installation verwandelt. Rund um den spirituell einzigartigen Raum lädt ein inspirierender Parkour dazu ein, die Schönheit des Segens neu zu entdecken – mit vielen Stationen, zu denen als provokante Installation ein Segensroboter gehört.

An der LichtKirche finden täglich ein Mittags- und ein Abendsegen statt, bei denen dem Geheimnis des Segens nachgespürt wird.
An den sechs Sonntagen ab dem 18. Juni gestalten namhafte christliche Künstlerinnen und Künstler jeweils um 12:00 Uhr einen Erlebnisgottesdienst mit und geben um 15:00 Uhr ein Konzert.

Torraum Ökumene und Religion

Balance zwischen Einheit und Vielfalt

Ökumene und Religion als Tor der Freiheit – das heißt, die Balance zwischen Einheit und Vielfalt zu halten. In dieser Balance kann die Erinnerung an die Reformation heute in ökumenischer Weite und gegenseitigem Respekt Gestalt gewinnen. Es gibt noch mannigfache Aufgaben, die in Zuversicht zu lösen sind, weil unter anderem Lutheraner und Katholiken auf einem unumkehrbaren Weg vom Konflikt hin zur Gemeinschaft sind. Besucherinnen und Besucher entdecken in diesem Torraum die Gemeinsamkeiten zwischen den christlichen Kirchen, sie begegnen Christen verschiedener Länder und Konfessionen, sie nehmen das ökumenische Projekt „Luthergarten“ wahr, sie lassen sich im täglichen Mittagsgebet auf die Einheit der Christen ein und setzen sich mit dem Verbindenden aller Konfessionen auseinander.

Der Themenbereich Ökumene und Religion öffnet Raum für Begegnungen und einen Austausch zwischen allen Menschen und allen Konfessionen – und scheut dabei Kritik und Differenz nicht. 500 Jahre nach der Reformation stellt sich die Frage, wie Christen angemessen die dunklen, verletzenden Auslassungen Luthers zu den Juden bewerten und wie Christen und Juden gemeinsam die Wirkungsgeschichte würdigen. Ebenso sind angesichts der aktuellen Herausforderungen durch neue muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland Antworten auf die Frage gefordert, wie Gespräche zwischen Muslimen und Christen an Tiefe gewinnen können.
Die katholische Kirche begrüßt Sie ganz herzlich zu ihren vielfältigen Angeboten in der Pfarrkirche am Rande der Wittenberger Altstadt. Während der Weltausstellung Reformation setzen wir ein Zeichen ökumenischer Nachbarschaft und Verbundenheit. Es erwarten Sie ein gemütliches Kirchencafé, Meditationsimpulse, Gottesdienste, Vorträge, Gesprächsangebote, informative Ausstellungen und vieles mehr. Wie erfrischend und vielfältig der katholische Glaube ist, zeigen die Bistümer und Institutionen, die sich hier im wöchentlichen Wechsel präsentieren. Es lohnt sich also, mehrmals vorbeizukommen.

Luthergarten – Wo Glaube über sich hinauswächst
Der Lutherische Weltbund, eine weltweite Gemeinschaft von 145 lutherischen Kirchen, lädt Kirchen aus aller Welt ein, Bäume zu pflanzen – ein lebendiges, wachsendes Reformationsdenkmal. Mit knapp 300 Bäumen ist dieser Garten ein Zeichen der Verbundenheit unter den christlichen Kirchen und Konfessionen. Auch die Gartenanlage selbst trägt eine Bedeutung in sich. Im Zentrum steht ein großes Himmelskreuz, eine dreifache Kreuzkonstruktion aus Aluminium und Edelstahl. Von dieser Mitte führen sieben Wege – stellvertretend für die sieben Kontinente – in die Welt.

Seelsorge zwischen Himmel und Erde – im Riesenrad auf der Weltausstellung Reformation
30 Meter hoch ragt es in den Himmel: das Riesenrad im Torraum Ökumene und Religion. Im Riesenrad ist es wie im Leben: Es gibt schöne, luftige Momente, in der die ErdenDinge und Alltagssorgen etwas kleiner erscheinen. Manchmal geht es allerdings auch abwärts. Seelsorge hilft auf dieser Reise durchs Leben. „Seelsorge zwischen Himmel und Erde“ nennen wir darum unser Angebot. Die Seelsorge präsentiert sich mit dem Riesenrad sehr leicht und spielerisch. Die Gondeln sind trotzdem ein geschützter Raum, in dem Geheimnisse anvertraut werden können. Wer möchte, kann auf der Fahrt mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sprechen. Andere wollen sich vielleicht lieber von der Musik in den Gondeln begleiten lassen. Man muss aber nicht unbedingt reden oder feiern, sondern kann einfach entschleunigen und ganz langsam Wittenberg von oben genießen.

Das sollten Sie nicht verpassen:

  • Juden, Christen und Muslime unter einem Dach: Besuchen Sie das „House of One“ als Ort des interreligiösen Dialogs.
  • Getragen zwischen Himmel und Erde: Fahren Sie mit dem Riesenrad der Fachkonferenz Seelsorge und genießen Sie neue Perspektiven auf die Lutherstadt und Ihr eigenes Leben.
  • Fünf Weltreligionen, fünf Feste: Lernen Sie auf Glaubensfesten Rituale und Traditionen aus Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus kennen.

Torraum Kultur

Kultur im Grünen entdecken

Der Torraum Kultur lädt zum Verweilen und Entdecken ein. Zwei besondere Highlights sind mit dem täglichen Kulturprogramm verbunden: Auf der einen Seite präsentiert sich in alten Gefängnismauern zeitgenössische Kunst in der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“. Auf der anderen Seite findet sich die große Open-Air-Bühne des #Reformationssommers vor den altehrwürdigen Mauern der Schlosskirche. Mit „Reflecting Culture“ ist die Installation von Studierenden der Hochschule für Technik Stuttgart überschrieben, die an einem der Eingänge des Torraums zum Nachdenken einlädt. Die Doppeldeutigkeit des Titels – reflektierende Kultur bzw. Kultur reflektieren – findet sich auch optisch in den hochglänzenden Stelen wieder.

Im „Paradiesgarten“ gehen die Studierenden der Universität der Künste Berlin der Frage nach dem verlorengegangenen Paradies auf den Grund. Exotische Pflanzen schweben – unabhängig jeglicher Klimazonen – als hängende Gärten über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher. Über Schläuche sind sie mit einer „Kompoststadt“ (erd)verbunden. Warme Wasserfontänen runden den Kreislauf des sich selbst reformierenden und immer wieder erneuernden Paradiesgartens ab.
Weiter im Herzen des Parks schlägt der Schweizer Evangelische Kirchenbund mit seiner Buchpresse eine Brücke zwischen dem 15. und 21. Jahrhundert: Der kulturelle Umbruch durch den Buchdruck damals und die Digitalisierung heute stehen sich gegenüber.
Einen Blick über den Tellerrand wirft auch der Verein Listros, der sich für junge Schuhputzerinnen und Schuhputzer in Äthiopien engagiert. Deren ausrangierte Schuhputzboxen aus Holz hat Listros zu einem begehbaren Kubus gebaut, in dem „Briefe an die Welt“ der Jugendlichen mit ihren Wünschen und Träumen zu entdecken sind. Mit jedem Schritt in den Torraum Kultur eröffnen sich andere Blickwinkel. Eine kleine natürliche Bühne sorgt mit wechselndem Programm unplugged für Unterhaltung. Im #Reformationssommer bedeutet Kultur ganz im reformatorischen Sinne Neues zu entdecken, Altes zu hinterfragen und sich selbst einzubringen.

Kulturprogramm auf großen und kleinen Bühnen
Reformation und Musik – eine Verbindung, die auch im #Reformationssommer in Wittenberg nicht fehlen wird. Zur Weltausstellung Reformation bringen Künstlerinnen und Künstler die Lutherstadt auf großen und kleinen Bühnen zum Klingen. Ob Laie oder Profi, ob klassisch oder modern, Tanz- und Theatergruppen, Chöre, Kirchenmusiker, Ensembles und Solisten von nah und fern präsentieren ihr Können. Sie bringen das Publikum zum Nachdenken, Lachen, Mitsingen, Tanzen oder Klatschen. Vor der großen Hauptbühne am Schloss finden bis zu 5 000 Menschen Platz. Sie alle werden Teil eines besonderen Erlebnisses mit Konzerten unter freiem Himmel und vor historischer Kulisse. Wenn die „Tore der Freiheit“ für den Abend schließen, betreten Künstlerinnen und Künstler die Bühne und sorgen für unvergessliche Abende.

  • Der Newcomer Mister Me (3. Juni) überzeugt mit lebensnahen Texten, guten Beats und gefühlvoller Stimme.
  • Deutscher Soul vom Feinsten ist mit Yvonne Catterfeld (29. Juni) auf der Bühne, die 2017 ihr neues Album „Guten Morgen Freiheit“ präsentiert.
  • Klaus Hoffmann mit Band (16. Juni) zaubert seine ganze Bandbreite von Text und Musik in den Sommer.
  • Die Show mit Reggae-, Dancehall- und Hip-Hop-Band Culcha Candela aus Berlin (2. Juli) wird einfach nur Hamma!
  • Klassikfans sei der Abend mit den Baltic Sea Philharmonics (27. August) unter der Leitung von Kristjan Järvi ans Herz gelegt. Kaum ein anderes junges Orchester versteht es derzeit, die Grenzen zwischen U- und E-Musik so gekonnt zu verwischen und klassische Musik in das 21. Jahrhundert zu
    transportieren.
  • Das Pop-Oratorium Luther (26. August) der Creativen Kirche, das bereits durch die großen Hallen Deutschlands tourt, macht auch am Geburtsort der Reformation Halt. Laien-Chöre und Profi-Musiker beleuchten das Leben Luthers und transportieren seine Botschaft ins Hier und Heute.
  • In der letzten Woche erinnert Hans Jürgen Hufeisen mit seinem Mysterienspiel „Zwingli“ (9. September) an den Schweizer Reformator und verweist bereits 2017 auf das Schweizer Reformationsjubiläum 2019.
  • Immer wieder finden kleine, feine Konzerte unterschiedlicher Musikrichtungen und aus aller Welt statt. Zum Beispiel Nina Hoger mit dem Ensemble Noisten am 7. Juli: Klezmer trifft auf Derwisch trifft auf Meister Eckhart. Über alle musikalischen, religiösen und kulturellen Grenzen hinaus entsteht hier ein kleines musikalisches und anrührendes Wunderwerk.

Das sollten Sie nicht verpassen:

  • Paradiesgarten: Wandeln Sie durch hängende Gärten, Kompoststädte und warme Wasserfontänen – finden Sie Ihr Paradies in der Weltausstellung Reformation.
  • Reformation und Musik: Genießen Sie die Konzerte auf der Bühne am Schloss mit bis zu 5 000 Feiernden – unter freiem Himmel und vor historischer Kulisse.
  • Luther und die Avantgarde: Erleben Sie die Faszination zeitgenössischer Kunst in einer verlassenen Haftanstalt.